Mittwoch, 18. Juli 2018

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bubenreuth

alter Handzugwaagen

Im Sommer des Jahres 1845 brannte in den frühen Morgenstunden, am Sonntag nach Johanni, im Erlanger Umland ein landwirtschaftliches Anwesen bis auf die Grundmauern nieder. Vermutlich ein Knecht, welcher in den oberen Gemachen schlief, konnte sich nicht mehr retten und kam in den Flammen um.

Die Feuersbrunst, so kann man es den historischen Unterlagen entnehmen, wirkte sich nur so katastrophal aus, da keine Löschmaschine zur Verfügung stand. Das Königliche Landgericht in Erlangen gab deshalb an alle Gemeinden eine Empfehlung zur Anschaffung einer Feuerlöscheinrichtung heraus. Bereits am 30.Oktober 1845 konnten die 28 stimmberechtigten Bubenreuther Gemeindemitglieder ein technisches Gerät bewundern, welches genau 150 Gulden kostete und sich Kolbenhub-Feuerlöschmaschine nannte.
Die Löschmaschine bestand aus einem Wasserbehälter, welcher auf einem hölzernen Leiterwagen montiert war. In diesem Bottich befand sich eine von vier Mann zu bedienende Kolbenpumpe. Über Hanfschläuche, die erst im Wasser geweicht ihre Dichtheit erreichten, wurde das vom Brunnen oder Dorfweiher stammende Wasser zur Brandstelle befördert. 
 

Für die Löschmaschine wurde auch ein Spritzenhaus errichtet. Den Grund hierzu stiftete Georg Mörsberger, der damalige Besitzer der Gaststätte Mörsbergei. Die aus Holz, an der Scheune der Gaststätte, errichtete Unterkunft war bescheiden und genügte bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts den Bubenreuther Ansprüchen 

1845 gab es noch keine Feuerwehr, im Brandfall musste jeder Bürger, vom Kind bis zum 

Großvater mit zulangen, entweder Wasser vom Bach in die Löschmaschine kippen, die Pumpe betätigen oder mit der Spritze den Brand bekämpfen. Wie viele Brände mit der ersten Löschmaschine bekämpft wurde ist nicht mehr feststellbar.

Die Chronik berichtet, dass im Jahre 1877 die Freiwillige Feuerwehr Bubenreuth gegründet wurde. Der erste Kommandant hieß Friedrich Huber und unter seiner Initiative wurde im Jahre 1881 die zweite Löschmaschine für die damals immense Summe von 600 Mark bestellt. Die Anschaffung der 1881er Spritze wurde als erheblicher Fortschritt in den Analen festgehalten. Vor den Löschwagen konnten erstmals auch Pferde vorgespannt werden.

Die aus 12 Gemeindemitgliedern bestehende Wehr setzte auch durch, dass ab 1884 im Bubenreuther Haushaltsetat ein fester Betrag für das Löschwesen eingeplant wurde. Den Sitzungsprotokollen der damaligen Zeit ist zu entnehmen, dass alle Beschlüsse, die Feuerlöschthemen betrafen, einstimmig gefasst wurden. 
 

Im Jahre 1898 projektierte der Gemeinderat eine Wasserleitung für Trinkwasser und Feuerlöschzwecke. Für die Feuerwehr begann ein neues Zeitalter. Über 62 Jahre, bis ins Kriegsjahr 1943, erfüllte diese Feuerlösch-Einrichtung in Bubenreuth ihren Dienst. Ihren größten Einsatz hatte sie 1924 unter dem Kommando von Hans Zeitner bei einem Scheunenbrand in der Hauptstraße.

Im Oktober 1943 begann in Bubenreuth das Motorspritzen-Zeitalter in Form einer Einheitsspritze Modell TS 8/8. Diese Tragkraftspritze wurde auf dem Handwagen der 1881er Spritze montiert. Ihre Bewährungsprobe bestand sie bei einem Dachstuhlbrand im Jahre 1947. Kommandant war damals Andreas Zeitner. 
 

1950 wuchs die Gemeinde durch die Ansiedlung der Schönbacher Geigenbauer sprunghaft an und die Kommune kaufte 1956 ein moderneres Modell, welches zunächst ebenfalls auf dem Handwagen montiert und 1964 in einen VW-Bus eingebaut wurde. Kaum war das erste Fahrzeug unter dem Kommandanten Ernst Veith angeschafft, stiegen auch die Einsätze:
1964 Scheunen- und Dachstuhlbrand in der Scherleshofer Straße,
1965 Lackierereibrand in der Birkenallee,
1968 Werkstattbrand am Eichenplatz,
1973 Überschwemmungskatastrophe.

1974 bekam die Freiwillige Feuerwehr ihr erstes Löschgruppenfahrzeug. 
 

Heute stehen im 1982 errichteten schmucken Feuerwehrhaus an der Frankenstraße fünf Feuerwehrfahrzeuge, 2 Anhänger und rund 60 Bubenreuther Bürger stehen zu dem Spruch

 

 "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".